LucyintheSky
verschwendet nicht die zeit auf der suche nach hindernissen. es gibt vielleicht keine.

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guate - buena!

sorry, groesstenteils aus einer mail kopiert... sonst sitze ich hier noch vier stunden.....

das Internet ist nervtoetend langsam, aber immerhin vorhanden.

Wir sind am Lago Atitlan, in einem kleinen Ort namens San Marcos. Vor drei jahren musste man noch ein Boot zum naechstgroesseren ort nehmen (jetzt funktionieren die grossbuchstaben nicht mehr richtig) nun gibt es internetanschluss direkt neben meinem lieblingshotel "la paz"

wir sind etwas laenger geblieben als zunaechst geplant, weil wir hier sehr guten spanischunterricht bekommen. fuer lachhafte 30 quetzales pro stunde. nicht mal drei euro.
natuerlich ist das erstklassiger einzelunterricht mit einem sehr sympathischen, didaktisch geschickten, vielseitig gebildeten lehrer aus dem nachbarort, der extra ins hotel kommt.
am mittwoch fahren wir wieder zu meinem cousin in die graessliche hauptstadt, lassen unsere waesche waschen (das darf man da nicht allein machen, nein, nein. waere eine schande fuer die haushaelterin)

am wochenende machen wir dann zusammen einen ausflug nach samuk champei, angeblich der zweitschoenste ort in guatemala. malte und ich fahren dann gleich weiter zum rio dulce, zum karibischen teil guatemalas.
am ersten maerz fliegt er dann wieder nach hause und ich auch - nach florida.

uebrigens wird malte mit seinem sohn zusammen in den osterferien nochmal mit mir urlaub machen - erst dachten wir ja, wir treffen uns in USA, aber nun meint auch malte, guatemala habe eindeutig mehr zu bieten... das sage ich ja schon lange.... also habe ich gar nicht erst gelegenheit, mein spanisch zu vergessen... und wir muessen nicht von einer sehenswuerdigkeit zur naechsten rennen

die tastatur nervt mich sehr. dauernd klemmt irgendetwas. normalerweise haette ich laengst den laden verlassen - aber ich weiss ja, dass es etwas besseres nur in antigua gibt... und das auch erst seit kurzem.
der wirtschaftliche aufschwung guatemalas ist ueberall offensichtlich. es ist sehr schoen zu sehen, dass sich langsam ein mittelstand entwickelt, vor allem mit hilfe des tourismus.

gestern haben wir einen jungen medizinstudenten kennengelernt, der hier im ort gerade die erste spanischschule eroeffnet. sehr findiger junger mann, erst anfang zwanzig, war zuerst reisefuehrer und hat sich so nach und nach auch sprachschueler organisiert. ausserdem hat er das glueck gehabt, eine reisegruppe aus USA kennenzulernen und so einen kontakt zu einer universitaet herzustellen, die grosses interesse haben, medizinstudenten hierher zu schicken, damit sie spanisch lernen. klar, wer in den USA als arzt im krankenhaus staendig mit den ganzen latinos zu tun hat, die kaum englisch koennen....

es gibt viele solche beispiele, und wer zu ein wenig geld kommt, sieht zu, anderen zu helfen, ihnen jobs zu verschaffen, projekte zu unterstuetzen, schulen besser auszustatten usw.

Pedro, besagter jungunternehmer arbeitet in seiner freizeit im nachbarort in einer klinik fuer beduerftige; sie organisieren nicht nur dringend benoetigte medikamente, sondern beobachten auch welche krankheiten haeufig sind und versuchen dann direkt durch aufklaerung und hilfsmittel wie wasserfilter, oefen mit rauchabzug nach draussen, die die leute zum bruchteil des normalen preises gleich in der klinik kaufen koennen, zu helfen.
die haeufigsten probleme sind naemlich durch verunreinigtes wasser, das nicht abgekocht wird (um feuerholz zu sparen) und den rauch von den kochfeuern, die oft mitten im haus ohne abzug brennen, hervorgerufen.

die unterhaltung war sehr interessant, Pedro hat auch sichtlich spass daran, fragen zu beantworten und nicht etwa versucht, spenden einzutreiben.

wenn man auf der strasse nach spenden fuer kliniken oder waisenhaeuser gefragt wird (kommt erfreulich selten vor) ist es eigentlich immer betrug. ich erkundige mich dann einfach nach der adresse des projekts, sage, dass ich morgen zeit haette, und es mir gern ansehen wuerde. dann kommt noch eine ausrede, dass sie schon morgen sehr frueh geld fuer einkaeufe brauchen, ich sage, gut, aber ich gebe nichts, wenn ich es nicht gesehen habe. fall erledigt.

besagter Pedro spricht auch sehr gutes englisch und als dritte fremdsprache die oertliche mayasprache. die meisten hier lernen spanisch als fremdsprache, bei ihm war es umgekehrt, weil er ¨Kiche¨(eine von ueber zwanzig grundverschiedenen mayasprachen) braucht, um den Leuten zu erklaeren, warum sie ihr Wasser filtern sollen, um keine Bauchschmerzen mehr zu bekommen.
er meint, wenn man erklaert, sind die leute aufgeschlossen gegenueber neuerungen, vor allem wenn sie merken, dass der neue ofen tatsaechlich die luft verbessert und auch noch viel weniger holz braucht, oder dass die kinder nicht mehr staendig krank sind.

inzwischen kann ich mich hier ganz gut mit vielen leuten auf der strasse verstaendigen, und ich finde es sehr interessant, eine so junge, aufstrebende, noch kaum regulierte oekonomie in der entstehung zu beobachten.
die indigenas sind touristen gegenueber schon viel neugieriger und mitteilsamer als vor drei jahren, als sie entweder unterwuerfig um geld jammerten oder sich schweigend abwandten.

was mir hier sehr gefaellt, ist dass sich traditionen erhalten, nach bedarf abgewandelt werden, die alten trachten getragen werden, solange es praktisch ist, bilunguale kindergaerten eroeffnet (mit spanisch und der oertlichen mayasprache)
beispielsweise sieht man maedchen in klassischer indigena-tracht im laden arbeiten oder verwandte besuchen, am naechsten tag aber laermend mit den jungs fussball spielen, in sportklamotten.
auch das habe ich vor drei jahren noch nicht gesehen.

gestern abend hat mir eine alte frau sogar ein paar worte in Kiche beigebracht, eine seltsame Sprache mit vielen Konsonaten, die fast ausgespuckt klingen. Manche Worte werden sogar von Schnalz- und Klicklauten unterbrochen.
zu meiner schande muss ich gestehen, ich habe alles vergessen.

grosse hotels und supermaerkte habe ich nur in der hauptstadt gesehen, der eher alternative individualtourismus funktioniert als direkte entwicklungshilfe, die wunderschoenen flecken rund um den Lago Atitlan werden anscheinend nicht mit Hotels und ferienwohnungen zugebaut.

gebaut wird trotzdem ueberall, anbauten an bestehende haeuser, neue kleine familienbetriebe wie restaurants, hotels und tante-emma-laeden, die meisten hier am see werden von indigenas gefuehrt.

so, langsam werden mir die finger lahm. ich koennte natuerlich noch viel mehr erzaehlen, aber das tippen faellt schwer...

natuerlich ist auch der schlechte stil nur der tastatur zuzuschreiben.....

kuesse aus der ferne

Lucia
20.2.07 01:09
 
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